Die für die Industrie wichtigen seltenen Erden haben sich nach der Verschärfung der chinesischen Exporthürden stark verteuert. Die Preise für die 17 unter dem Oberbegriff zusammengefassten Metalle stiegen im Mai auf Dollarbasis insgesamt um acht Prozent, wie die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) in ihrem monatlichen Rohstoffpreisindex ermittelt hat. Die Volkswirte der DZ Bank gehen davon aus, dass sich die Abhängigkeit Deutschlands, der USA und anderer westlicher Staaten von chinesischen Lieferungen nicht schnell reduzieren lässt und Peking damit ein politisches Druckmittel erhalten bleiben wird.
China hat bei der Verarbeitung seltener Erden ein Quasi-Monopol
Die Metalle sind für die Herstellung elektronischer Bauteile und von Magneten in der Elektronik-, Auto- und Rüstungsindustrie von Bedeutung. In der Volksrepublik werden nach unterschiedlichen Schätzungen an die zwei Drittel der Seltenen Erden abgebaut und 90 Prozent für die industrielle Verwendung aufgearbeitet.
Pekings schärfstes Schwert in Handelskonflikten
Mit den Exportbeschränkungen für seltene Erden und Magnete habe China im Handelsstreit mit den Vereinigten Staaten offenbar mit Erfolg sein wohl schärfstes Schwert gezogen, heißt es in der Analyse der DZ Bank mit Blick darauf, dass die Trump-Regierung sich anschließend sehr viel kompromissbereiter zeigte als vorher. «Die schnell entstandenen Engpässe und drohenden Produktionsunterbrechungen in deutschen Schlüsselindustrien sollten jedoch ein Weckruf sein, dass sich Deutschland dringend gegen vergleichbare Situationen in der Zukunft wappnen muss», schreiben die Ökonomin Monika Boven und ihr Mitarbeiter Bastian Reßing.
Sie empfehlen den Aufbau einer strategischen Rohstoffreserve, Recycling und Freihandelsabkommen beziehungsweise Partnerschaften mit anderen Lieferländern. Zuvor hatte der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) vor wachsender Abhängigkeit von China bei kritischen Rohstoffen gewarnt.
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