Thomas Tuchel humpelte nach dem zum Wendepunkt erkorenen Champions-League-Signal trotz der Schmerzen glücklich zum Mannschaftsbus. Begleitet vom Teamarzt, der eine Krücke trug und Tuchels Rollkoffer zog, freute sich der gezeichnete Trainer, dass der FC Bayern auf seiner Abschiedstournee mal wieder ein Spiel wie in besseren Münchner Tagen dominierte. «Nächte wie diese können eine Saison verändern», sagte Doppelpacker Harry Kane nach dem mitreißenden 3:0 gegen Lazio Rom beim Viertelfinal-Einzug der Münchner. «Das kann ein Wendepunkt für den Rest der Saison sein.»
Nach dem Aus im Pokal und dem Fast-Aus in der Meisterschaft darf Tuchel auf einen glorreichen Schlusspunkt seiner kurzen Amtszeit im Sommer hoffen. «Der Champions-League-Titel ist der reizvollste und schwerste Titel, den es in Europa gibt, wahrscheinlich auf der Welt das schwerste Turnier», sagte der 50-Jährige, «aber der Titel wird auch nicht größer, wenn man am Saisonende geht». Oder humpelt, wie er in der Nacht zum Mittwoch. Doch für einen solchen Abend, das erklärte Tuchel lächelnd, nehme er den nach Eigendiagnose mutmaßlich gebrochenen Zeh in Kauf. «Das Opfer habe ich gerne gebracht.»