Mehr Gänsehaut geht nicht. Mitten in der Ekstase über den historischen Champions-League-Triumph von Paris Saint-Germain streift sich Luis Enrique ein T-Shirt für seine gestorbene Tochter Xana über. Fans entrollen ein riesiges Banner zu Ehren des geliebten Coaches und des Mädchens, das der Knochenkrebs viel zu früh aus dem Leben gerissen hatte. «Xana ist immer bei uns, wir denken immer an sie. Wir lieben sie», erzählt Enrique noch auf dem Rasen der Münchner Arena. «Ich denke, dass sie hier unter uns rennen würde.»
Das atemberaubende 5:0 von PSG um Matchwinner Désiré Doué im Königsklassenfinale gegen Inter Mailand war ein Abend der Emotions-Extreme. Da war Luis Enrique in einem Mix aus Freudentaumel über seinen zweiten Königsklassen-Coup und zugleich der Erinnerung an Xana. Auf der anderen Seite blickte ein völlig perplexer Trainer-Kollege Simone Inzaghi nach der gewaltigen Blamage ins Leere und ließ seine Zukunft bei Inter offen.
Da war der 19-jährige Doué, um den sich im Sommer 2024 der FC Bayern vergeblich bemüht hatte und der nun ausgerechnet in München mit zwei Toren und einer Vorlage brillierte. Leidtragender war Bayerns Ex-Keeper Yann Sommer, der Inters Schmach nicht verhindern konnte.