Gesellschafter Michael Stoschek von den Bamberg Baskets hat den eigenen Trainer Anton Gavel verbal scharf attackiert und dessen Wechselabsichten zum FC Bayern München öffentlich gemacht. «Die Causa Anton Gavel berührt mich so sehr, dass ich mit dem Basketball nichts mehr zu tun haben möchte», sagte Stoschek der «Bild».
Stoschek: Gavel hat Kündigung vorgelegt
Den Aussagen des 78-Jährigen zufolge beruft sich der bis Sommer 2027 bei Bamberg gebundene Gavel auf einen Formfehler in seinem Vertrag. «Er hat der Geschäftsführung eine Kündigung vorgelegt: Weil die digitale Unterschrift nicht schriftlich bestätigt wurde, sei sie angreifbar», berichtete der aufgebrachte Stoschek. Der fränkische Bundesligist war für eine Stellungnahme angefragt.
Die Nachricht platzte mitten hinein in die Bundesliga-Finalserie zwischen den Münchnern und Alba Berlin. Es gilt in der Branche als offenes Geheimnis, dass Gavel in diesem Sommer auf den scheidenden Bayern-Cheftrainer Svetislav Pešić folgen soll. Jedoch wollen die Münchner dem Vernehmen nach keine Ablöse an den Pokalsieger zahlen.
Kein Erfolg in Gesprächen mit dem FC Bayern
Der Unternehmer Stoschek kündigte an, den Club nach dem Ende als Sponsor künftig auch privat nicht mehr unterstützen zu wollen. «Als erfolgreicher Unternehmer und Leistungssportler über mehr als 50 Jahre habe ich gelernt, was Fairness und Anständigkeit ist», sagte Stoschek.
Gavel (41) wechselte 2024 von Ratiopharm Ulm zu den Franken und führte Bamberg in diesem Februar zum Pokalsieg. Der gebürtige Slowake spielte schon als Profi zwischen 2009 und 2014 für Bamberg, bevor er zum FC Bayern wechselte. Auch Stoscheks Gespräche mit der Vereinsführung der Münchner hätten nicht zu einem Ergebnis geführt.
«Er ist der, der den Vertrag bricht. Er ist der, der mit der Spitzfindigkeit kommt, die ihm zugetragen wurde, dass die digitale Unterschrift mangels Bestätigung nicht gilt, und hat uns die Kündigung vorgelegt», sagte Stoschek über Gavel. Für den Trainer, der in Bamberg ob seiner Vita sportlich verehrt wird, steht neben der ungeklärten Vertragslage auch der gute Ruf auf dem Spiel.
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten