Alexander Nübel will seine unverhoffte EM-Chance zum Lernen nutzen. Kampfansagen an Turniertorwart Manuel Neuer findet der Schlussmann des VfB Stuttgart verfehlt. «Ich gebe Vollgas. Ich freue mich, dass ich dabei bin, direkt bei einem großen Turnier in der Heimat. Ich nehme es so mit und freue mich riesig darauf», sagte der 27-Jährige am Mittwoch bei der Pressekonferenz der Fußball-Nationalmannschaft in Blankenhain.
Souverän trat Nübel bei seiner Premiere auf dem DFB-Podium auf. Sachlich erläuterte er zudem, dass das oft als schwierig beschriebene Verhältnis zu Neuer, den er einst beim FC Bayern München nicht verdrängen konnte, völlig normal sei. «Es wird viel geschrieben, was nicht stimmt», sagte Nübel. Neuer sei immer noch sein Vorbild. «Was er für Deutschland geleistet hat, ist unfassbar.»
Das obligatorische Rollengespräch mit Bundestrainer Julian Nagelsmann hat für Nübel noch nicht stattgefunden. Doch der Torhüter weiß genau, was von ihm als Nummer vier unter den EM-Schlussmännern erwartet wird. Die Position als Turnier-Lehrling nimmt er an. Überraschend genug war die Nominierung als Ersatz für Bernd Leno, der wegen einer Schulterverletzung passen musste. Den gebuchten Safari-Urlaub stornierte Nübel.