Angesichts der zunehmenden Zahl von Krisen und Katastrophen muss die Bevölkerung aus Sicht der großen bayerischen Hilfsorganisationen die Fähigkeiten zur Selbsthilfe ausbauen. Ob Wasservorräte oder Erste-Hilfe-Kurs, ob Stromausfall oder Anschlag: «Je besser die Eigenvorsorge ist, desto mehr Luft hat die professionelle Hilfe, dort zu helfen, wo sie tatsächlich gebraucht wird», erläuterte Thomas Haas vom Bayerischen Zentrum für besondere Einsatzlagen (BayZBE) in München. «Wenn die Bevölkerung ab Minute eins Hilfe braucht, funktioniert das System nicht.»
Die Gesellschaft müsse sich dort, wo sie es könne, selbst schützen und gegenseitig unterstützen, betonten die Landesgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes und des Malteser Hilfsdienstes, Robert Augustin und Christoph Friedrich, in Absprache mit dem Arbeiter-Samariter-Bund und den Johannitern. Nur dann könne der Zivil- und Katastrophenschutz bei einer Krise längerfristig funktionieren. «Wer vorbereitet ist, bleibt handlungsfähig und nimmt Druck aus der Lage», erläuterte Friedrich.