Wer hat was mit wem, wer hat sich getrennt, wer sorgt für einen Skandal und wer hatte den großen Auftritt? Neuigkeiten aus der Welt der Schönen und Reichen lieferten früher Illustrierte und Boulevard-Zeitungen. Heute informieren Stars und Sternchen ihre Fans selbst, über Plattformen wie Instagram oder Tiktok. Für Patricia Riekel, langjährige Chefredakteurin des Magazins «Bunte», «eine Art persönliche Hofberichterstattung». «Das sind Image-Kampagnen, die eigentlich als Werbung gekennzeichnet werden müssten», sagt die Münchnerin der Deutschen Presse-Agentur anlässlich ihres 75. Geburtstages am Mittwoch (19. Juni).
«Die sozialen Medien haben den Boulevard-Journalismus verändert, die Print-Auflagen kennen nur noch einen Trend: abwärts», konstatiert Riekel, die als Königin der Klatschpresse galt. Doch wer hinter die Hochglanz-Fassaden der Posts blicken will, kommt ihrer Ansicht nach um gut recherchierte Berichte nicht herum.
Seriöse People-Magazine hätten eine Chance, wenn sie mit Fakten und Hintergrund-Informationen die Wirklichkeit dieser Prominenz beschreiben. «Es geht um die Kluft zwischen Schein und Sein», legt die Journalistin dar. «Viele Celebrities sind Vorbilder, an denen sich das Publikum orientiert. Deswegen ist es so wichtig, die Realität zu zeigen.»