Die Versetzung von Missbrauchstätern ins Ausland war aus Sicht der Betroffeneninitiative Eckiger Tisch lange Zeit gängige Praxis in der katholischen Kirche. «Nach unserer Einschätzung hatte dieses Verstecken in der Mission System», sagte ihr Sprecher, Matthias Katsch, der Deutschen Presse-Agentur. «Es offenbart geradezu mafiöse Strukturen in der Kirche, wenn es darum ging, Täter vor den Konsequenzen ihrer Verbrechen zu schützen.»
Auch aus dem Bereich der Ordenspriester seien «zahlreiche vergleichbare Fälle» bekannt, sagte Katsch. «So hatten beide Serientäter vom Berliner Canisius-Kolleg Bezüge und Einsätze in Lateinamerika, nachdem sie schon in Deutschland an verschiedenen Einsatzorten Missbrauchstaten begangen hatten.»
Das ARD-Politikmagazins «report München» hatte in Zusammenarbeit mit dem ARD-Studio Rio de Janeiro eine Recherche über derartige Fälle veröffentlicht, in deren Zentrum zwei Priester aus den bayerischen Diözesen Eichstätt und Bamberg standen.