Die Städte Nassau in Rheinland-Pfalz und Garmisch-Partenkirchen in Bayern wollen die mutmaßliche nationalsozialistische Vergangenheit des Unternehmers Günter Leifheit (1920-2009) genauer untersuchen lassen. Beide Städte hatten vor wenigen Wochen einen mehr als 50 Seiten umfassenden Bericht eines Historikers mit Recherchen über die Verstrickungen Leifheits während der NS-Zeit erhalten.
In dem nun veröffentlichten Bericht beschäftigte sich Stefan Holler, Mitarbeiter eines Münchner Verlages und Historiker, genauer mit der Vergangenheit des Unternehmers. «Er ist freiwillig in die Hitlerjugend, die NSDAP, die Waffen-SS und die Allgemeine SS eingetreten und hat damit mehrfach ein politisches Bekenntnis für den Nationalsozialismus abgelegt», schreibt Holler. Er hält aber auch fest: «Es gibt keinen Hinweis für eine persönliche Beteiligung Leifheits an Kriegsverbrechen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit.»
Leifheit ist Gründer des gleichnamigen Nassauer Haushaltswarenherstellers, der etwa Wäscheständer herstellt. Auf Anfrage teilte das Unternehmen mit, es habe die Forschungsergebnisse zur Kenntnis genommen. «Wir befürworten die angestoßene transparente Aufklärung durch unabhängige Historiker und Experten, um die historische Rolle von Herrn Leifheit zu bewerten und den damit verbundenen persönlichen Vorwürfen nachzugehen», schrieb ein Sprecher.