Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will die von seiner Partei vorgeschlagene Hymnenpflicht bei Schulabschlüssen rasch umsetzen. Möglichst schon zum Schuljahresende sollten die Hymnen gespielt oder gesungen werden. Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) unterstützt das Vorhaben, die Hymnen in den Schulen präsenter zu machen. «Letztendlich ist es aber nicht entscheidend, dass die Hymnen zu bestimmten Anlässen immer verpflichtend gesungen werden, sondern dass die jungen Leute die Werte, um die es geht, verstehen und verinnerlichen», betonte sie auf Anfrage.
Stolz: «Gänsehautmoment» bei Zeugnisverleihungen
Auch Kultusministerin Stolz verwies auf den «Gänsehautmoment» beim Abspielen der Hymne bei Länderspielen oder Zeugnisverleihungen. «Gerade für unsere jungen Leute ist es wichtig, dass sie sich mit den Werten unserer Gesellschaft verbunden fühlen und Zusammenhalt erleben.» Deshalb sollten die Hymnen auch bei Abschlusszeugnisveranstaltungen gespielt und gemeinsam gesungen werden.
Denkbar sei es auch, die Hymnen in der Verfassungsviertelstunde zu thematisieren oder einen Wettbewerb zur besten musikalischen Darbietung auszurichten. Trotz Söders Wunsch nach einer raschen Umsetzung beharrte Stolz aber auf ihrer Position, mit den Beteiligten in einen Dialog zu treten. «Die Umsetzung möchte ich gerne mit der Schulfamilie diskutieren, um die besten Ideen zu finden.» Letztendlich gehe es um die Werte, die dahinterstünden.
Man werde den Austausch «in den nächsten Wochen» beginnen, hieß es aus dem Kultusministerium. «Die verpflichtende Einbindung in die Abschlussfeiern wird dann zu gegebener Zeit auch entsprechend geregelt werden.»