Nun hat er es tatsächlich öffentlich gesagt: CSU-Chef Markus Söder unterstützt seine Parteifreundin Ilse Aigner bei einer möglichen Kandidatur für das Amt der Bundespräsidentin. Was zunächst wenig überraschend wirkt, wirft durchaus Fragen auf. Nicht nur, weil das Verhältnis zwischen den beiden alles andere als einfach ist. Auch der Zeitpunkt und die Art und Weise lassen Zweifel aufkommen.
Aigners Name wird schon lange gehandelt - sie selbst schweigt
In der Union wird Aigners Name schon lange als potenzielle Kandidatin für die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier gehandelt. Die 61-Jährige ist politisch erfahren, verfügt durch ihre Zeit als Landes- und Bundespolitikerin über ein hervorragendes Netzwerk, kann gut mit Kanzler Friedrich Merz (CDU) und hat als Landtagspräsidentin gezeigt, dass sie auch in schwierigen Zeiten einem überparteilichen Kompass folgt. Auseinandersetzungen mit der AfD endeten in Gerichtsverfahren, die dort aber immer unterlag.
Öffentlich geäußert hat sie sich zu ihren Plänen aber noch nie. Aus ihrem Umfeld heißt es, dass es jeden Politiker und jede Politikerin zunächst einmal schmeichelt, wenn der eigene Name für das Amt des Staatsoberhauptes gehandelt wird. Anders als bei anderen politischen Ämtern sei es hier auch falsch, den eigenen Hut in den Ring zu werfen. So gesehen ist Aigner sehr gut damit beraten, jetzt nicht über Söders Stöckchen zu springen.