Es ist eine halsbrecherische Verfolgungsfahrt. Aus dem Polizeiwagen filmen die Beamten die Szenerie. Weit vorn ist das Fahrzeug eines mutmaßlichen Schleusers zu sehen. Der Wagen beschleunigt auf 180 Stundenkilometer, versucht eine Ausfahrt zu nehmen. Im letzten Moment lenkt er zurück auf die Autobahn, rast mit Tempo 150 in die nächste Ausfahrt - und kracht in die Leitplanke. Der Wagen überschlägt sich. Sieben Migranten sterben, unter ihnen ein sechsjähriges Kind. Die übrigen 15 werden zum Teil schwer verletzt.
Der mutmaßliche Schleuser muss sich nun wegen siebenfachen Mordes vor dem Landgericht Traunstein verantworten. Die Anklage wirft ihm neben anderen Tatbeständen auch 15-fachen versuchten Mord vor. 22 Migranten hatte er ungesichert in dem für neun Personen zugelassenen Kleinbus mitgenommen.