Die russische Botschaft in Berlin hat nach der Festnahme zweier mutmaßlicher Spione für Moskau alle Vorwürfe zurückgewiesen. «Es wurden keine Beweise vorgelegt, die von den Plänen der Festgenommenen und ihren möglichen Beziehungen zu russischen Strukturen zeugen», teilte die Botschaft am Donnerstag in einer Stellungnahme mit. Die Einbestellung von Botschafter Sergej Netschajew ins Außenministerium sei eine «offene Provokation, die auf das Befeuern der ohnehin schon überbordenden Spionomanie in der BRD und das Anheizen antirussischer Stimmungen» abziele, heißt es in der Erklärung.
Russland hat vor mehr als zwei Jahren seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine begonnen, der auch die Beziehungen zum Westen schwer gestört hat. Trotzdem wirft die russische Botschaft der Bundesregierung die Zerstörung des deutsch-russischen Verhältnisses und einen militaristischen Kurs mit der Aufrüstung der Ukraine vor. Nach Darstellung der Botschaft ist der neueste Spionagefall nur ein Ablenkungsmanöver, mit dem die Bundesregierung von dem Skandal um ein abgehörtes Telefonat hochrangiger Bundeswehroffiziere ablenken wolle.