Unmittelbar vor der Kommunalwahl kommt der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) nicht aus den Negativschlagzeilen raus. Ausgerechnet im Wahlkampf-Endspurt gerät der sonst so souveräne und weitgehend unangefochtene OB ins Schlingern - und das nicht erst seit der Debatte um seine Tätigkeit beim FC Bayern München.
Tempo 30 am Mittleren Ring
Das Gericht entscheidet - und Reiter akzeptiert es zunächst nicht. So könnte man zusammenfassen, was sich im Februar rund um den Mittleren Ring in München abspielte. Weil sich die Luftwerte an der vielbefahrenen Landshuter Allee nach Einführung einer Geschwindigkeitsbeschränkung auf Tempo 30 verbessert hatten, entschied die Stadt, dort Tempo 50 wieder einzuführen - zum Unverständnis von Anwohnern, von denen zwei vor Gericht zogen und Recht bekamen.
Das Verwaltungsgericht entschied im Eilverfahren, dass die Tempo-30-Schilder dort wieder aufgestellt werden müssen - doch Reiter weigerte sich, die Entscheidung der Justiz umzusetzen. Erst als der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) als höhere Instanz einen Antrag der Stadt auf Aussetzung der sofortigen Verpflichtung verwarf, schwenkte der SPD-Politiker um. Damit kam er auch einem möglichen Zwangsgeld von bis zu 10.000 Euro gegen die Stadt zuvor.