CDU und CSU wollen im neuen Jahr die Bekämpfung der Wirtschaftskrise ins Zentrum der Regierungsarbeit stellen, um einen Stimmungswechsel zu erreichen und die AfD zu schwächen. CSU-Chef Markus Söder forderte bei der Klausur der CSU-Bundestagsabgeordneten in Kloster Seeon von der schwarz-roten Koalition, bereits getroffene Vereinbarungen wegen der schlechten Wirtschaftslage im Land neu zu bewerten. Kanzler Friedrich Merz (CDU) räumte in einem Schreiben an die Abgeordneten von Union und SPD der Ankurbelung der deutschen Wirtschaft für 2026 ebenfalls höchste Priorität ein.
Viele Proteste vor dem Tagungsgelände
Wie dringend nötig auch CDU und CSU selbst einen Stimmungswechsel haben, zeigt sich schon beim Eintreffen an dem idyllisch gelegenen Kloster Seeon unweit des Chiemsees. Hebammen, Lehrer, Polizisten und wütende Bürger säumen trotz eisiger Minusgrade aus unterschiedlichen Gründen die Einfahrt mit Protestschildern.
Intern zeigt sich zu Jahresbeginn, dass die CSU-Parlamentarier anders als noch vor einem Jahr zwar als Vertreter einer Regierungspartei anreisen - die demonstrative Zuversicht früherer Jahre hat bei vielen aber gelitten. «Es ist schon paradox, wir sind inhaltlich seit der Wahl mehr als gut unterwegs, aber bei der Stimmung im Land kommt es einfach nicht an», fasst ein führender CSU-Bundestagsabgeordneter die Lage zusammen. 2026 müsse das Jahr des Stimmungswechsels werden, ohne lähmende Debatten und Koalitionszwist. «Wir brauchen endlich wieder Zuversicht, den Turnaround.»
Auch Söder macht in seinem Eingangsstatement keinen Hehl aus dem Stimmungstief: «Die nationale Stimmung ist weiter extrem gedrückt und unser Ziel muss sein, in diesem Jahr auch einen dauerhaften Stimmungsumschwung zu erreichen». Es brauche «eine Faktenverbesserung mit dem Ziel, dass die Union auch dauerhaft wieder über 30 Prozent ist und die AfD zurückgedrängt wird, als die bisherige Nutznießerin schwieriger Zeiten». Aktuell liegen CDU und CSU in Umfragen nur bei Werten um die 25 Prozent.