Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, wirbt für eine stärkere Beteiligung Europas an der atomaren Abschreckung der Nato und sieht dabei eine besondere Rolle Deutschlands. Frankreich und Großbritannien könnten mit ihren Atomwaffen deutlich stärker als bisher an dem bisher weitgehend von den USA getragenen nuklearen Schutzschirm des transatlantischen Bündnisses beitragen, sagte Ischinger der Deutschen Presse-Agentur. «Wenn so etwas stattfinden würde, wäre das an die Russen, an die Amerikaner, an die Chinesen ein Zeichen europäischer Selbstbehauptung.»
Ischinger kritisiert Merkel und Scholz
«Ich habe persönlich nicht verstanden, warum nicht schon Kanzlerin Merkel (CDU) oder Kanzler Scholz (SPD) ihre Berater oder den Generalinspekteur der Bundeswehr nach Paris geschickt haben mit dem Auftrag: "Prüft bitte ernsthaft, was die Franzosen hier vorschlagen"», sagte Ischinger. «Ich glaube, das sollte jetzt stattfinden. Und zwar nicht nur als deutsch-französische Initiative.» Solche Gespräche müssten aber vertraulich und «nicht auf dem Marktplatz» geführt werden. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte das Gesprächsangebot Macrons nach seinem Amtsantritt im Mai angenommen.
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