Menschenrechte haben nach Ansicht des Historikers Frank Bösch in der Außenpolitik keinen «ganz so hohen Stellenwert». «Auch bei der CSU haben die Menschenrechte an Bedeutung gewonnen - da gibt es durchaus eine Veränderung», sagte der Autor des Buches «Deals mit Diktaturen. Eine andere Geschichte der Bundesrepublik» im Interview der Münchner «Abendzeitung» (Montagsausgabe). «Aber weiterhin gilt, dass die CSU Menschenrechten nicht ganz so hohen Stellenwert einräumt und auch etwa mit sozialistischen Diktaturen wie China eng kooperiert, wie Söders Besuch dort gerade unterstrich.»
Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder ist derzeit für mehrere Tage zu Gast in China - und sollte dort am Montag sein eng getaktetes Gesprächs- und Besuchsprogramm beginnen. In Chengdu, der Hauptstadt der Provinz Sichuan, wollte Söder mit dem dortigen Gouverneur das Bündnis mit der mittlerweile dritten bayerischen Partnerregion in China noch einmal offiziell besiegeln. Der Hintergrund: China ist der weltweit größte und wichtigste Handelspartner Bayerns.