Beim Schutz vor Hochwasser, Starkregen und Überschwemmungen liegt in Bayern nach Einschätzung von Experten noch manches im Argen. Planungen und Bau von Hochwasserschutzmaßnahmen dauern oftmals zu lange, manchen Gemeinden fehlt es an ausreichend finanzieller Unterstützung vom Freistaat, es gibt noch zu wenige Pegel-Messstellen gerade an kleinen Gewässern, und vielerorts fehlt es schlicht an ausreichenden Informationen und Warnungen für die Bevölkerung. Diese und weitere Kritikpunkte nannten Fachleute, darunter mehrere Hydrologen, in einer Sachverständigenanhörung im Umweltausschuss des Landtags.
Verfahren dauern zu lange
Harald Kunstmann, Hydrologe an der Universität Augsburg, forderte, das Pegel-Netzwerk müsse dringend weiter ausgebaut werden. Es brauche verbesserte Vorhersagen und längere Vorwarnzeiten. Zudem beklagte er, dass Kommunen für den Hochwasserschutz an kleinen Gewässern und Bächen verantwortlich seien – dass die oft hohen Kosten aber für manche Gemeinden kaum zu schultern seien. Hier sei mehr finanzielle Förderung des Freistaats nötig.
Einige Referenten beklagten in der Anhörung zudem, dass der Bau von Hochwasserschutzmaßnahmen oft zu lange dauere, wegen komplizierter Ausschreibungsverfahren, zu viel Bürokratie, nötiger Gutachten und vielem mehr. Unter anderem müssten die Wasserwirtschaftsämter vor Ort mehr Entscheidungs- und auch Budgetkompetenzen bekommen, forderte Tobias Kunz, Erster Bürgermeister von Nordendorf in Schwaben, dessen Gemeinde vergangenes Jahr vom schweren Juni-Hochwasser betroffen war.
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten