Zur Entlastung der ländlichen Regionen sollen Bayerns Städte nach dem Willen von Ministerpräsident Markus Söder künftig mehr Flüchtlinge aufnehmen. Da es in ländlichen Kommunen immer öfter Widerstand gegen geplante Unterkünfte gebe, wolle er die Städte noch stärker in die Pflicht nehmen, sagte der CSU-Chef der «Süddeutschen Zeitung». In kleineren Orten seien bereits «50 oder 60 Personen, die untergebracht werden müssen, häufig ein großes Thema. In den großen Städten geht dies leichter.»
Pannermayr: Gleichmäßige Verteilung in Bayern muss weiterhin Ziel sein
«Eine gleichmäßige Verteilung in alle Regionen Bayerns, in alle Landkreise und alle Städte und Gemeinden muss auch weiterhin das Ziel sein», forderte Pannermayr. Statt über Umverteilungen nachzudenken, müsse der Bund wirkungsvolle Instrumente zur Steuerung der Migration einrichten. «Darüber hinaus muss die kommunale Leistungsfähigkeit durch eine bessere Finanzausstattung gestärkt werden. Bei der Finanzierung der Integration fehlen den Städten und Gemeinden Mittel vom Bund und vom Land.»
In der Tat hatte es in den vergangenen Monaten vereinzelt in ländlichen Regionen Protest gegen Asylunterkünfte gegeben. Wirklich eskaliert sind diese aber - anders als in der Vergangenheit in anderen Bundesländern - im Freistaat bislang nicht.
Kommt eine Änderung des Verteilschlüssels?
Generell weist zwar der Bund den Bundesländern die Geflüchteten zu. Es obliegt aber den Ländern, sie auf die Kommunen zu verteilen. Eine Änderung des bayerischen Verteilschlüssels würde dafür sorgen, dass mehr Asylbewerber in den kreisfreien Städten untergebracht werden müssten. Nach den Angaben von Söder ist das Innenministerium bereits im Gespräch mit der Stadt München, um die laut Söder «im Vergleich zu seiner Größe ohnehin zu geringe Aufnahmequote» der Landeshauptstadt zu ändern.