Knapp ein Jahr nach der Serie von Bauschaum-Attacken auf 276 Autos in vier Bundesländern gehen die Ermittler davon aus: Was zunächst wie eine einfache Sachbeschädigung aussah, war in Wirklichkeit ein plumper Versuch, den Ausgang der Bundestagswahl zu beeinflussen. Wer der Auftraggeber der Aktionen in Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg und Berlin war, ist bislang nicht abschließend geklärt. Die Aussage eines Tatverdächtigen deutet allerdings darauf hin, dass dieser in Russland zu suchen ist.
Russischer Geheimdienst-Auftrag?
Die Staatsanwaltschaft Ulm, die in diesem Ermittlungsverfahren den Hut aufhat, teilt auf Anfrage mit, ein 18-jähriger Tatverdächtiger habe angegeben, «dass die Taten durch einen wohl serbischen Staatsangehörigen aus Russland, dessen Identität noch ungeklärt ist, in Auftrag gegeben worden seien, um das Wahlverhalten der Bundesbürger und dadurch das Ergebnis der Bundestagswahl vom 23.02.2025 zu beeinflussen.» Dieser habe den Beschuldigten für jedes Fahrzeug 100 Euro als Prämie geboten.
«Diese Angaben konnten bislang durch weitere Beweismittel aber nicht bestätigt werden», sagt Oberstaatsanwalt Michael Bischofberger. Auch die restlichen Beschuldigten machten Angaben, bestritten aber die Vorwürfe.
Modus operandi deutet auf Einflussoperation hin
«Aufgrund Inhalt und Gestaltung des an den betroffenen Fahrzeugen hinterlassenen Aufklebers und des gewählten Tatzeitraums kurz vor den Bundestagswahlen ist eine beabsichtigte Beeinflussung des Meinungsbildes und somit von möglichen Wählern naheliegend», heißt es von der federführenden Staatsanwaltschaft in Ulm. Die fünf Verdächtigen seien auf freiem Fuß.
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