Die Bayerische Staatsoper ist an diesem Wochenende hochpolitisch. Am Sonntag (18.00 Uhr) feiert dort eine neue Inszenierung der Oper «Die Passagierin» von Mieczysław Weinberg Premiere.
Die Oper erzählt die Geschichte einer Holocaust-Überlebenden, die glaubt, auf einer Kreuzfahrt eine der Aufseherinnen aus dem Vernichtungslager Auschwitz wiederzuerkennen. Das Libretto basiert zum großen Teil auf dem autobiografischen Werk der polnischen Autorin Zofia Posmysz, die zwischen 1942 und 1945 in Auschwitz gefangen war. Regie führt bei der Neuproduktion der künftige Intendant der Staatsoper Hamburg, Tobias Kratzer.
«Dieses Stück hat schon seine Tücken - allein schon, weil es dadurch, dass sich eine KZ-Überlebende in eine KZ-Aufseherin hineinzuversetzen versucht, mit vielen Darstellungsgeboten der Nachkriegszeit bricht», sagte Kratzer im Interview der Deutschen Presse-Agentur. «Es ist ja eine absurde Dialektik, dass da eine Autorin, die selbst Auschwitz überlebt hat, jetzt gewissermaßen ins Hirn der Täterin schlüpft und auch aus dieser Perspektive eigentlich 80 Prozent des Romanes erzählt ...»