Neustart für eine legendäre Bühne: München hat die Lach- und Schießgesellschaft zurück. Der Kabarett-Laden, der vor allem zu Zeiten von Dieter Hildebrandt zum Kult wurde, ist mit viel Nostalgie neu eröffnet worden. «Die Lach- und Schieß ist legendär und das soll auch so bleiben - bitte sehr», singt Astrid Hofmann. «Dieses Kulturerbe der Bundesrepublik Deutschland, das muss weitermachen», sagt Geschäftsführer Ulrich Spandau. Und auch wenn man vielleicht denken könne, «politisches Kabarett, das ist was für knäckebrotige Oldies»: «Wir müssen in dieser gesellschaftlichen Situation unsere Werte weiter auf die Bühne bringen.»
Zielvorgabe: politisch, sozialkritisch, auf hohem Niveau
Musik-Kabarettist Hartmann, der die Bühne als künstlerischer Leiter ehrenamtlich führt, setzt künftig auf drei Schwerpunkte: politisch, sozialkritisch, auf hohem Niveau. Das sei heruntergebrochen das Erbe von Hildebrandt, hatte er vor der Eröffnung gesagt.
Und so singt das Ensemble mit Christl Sittenauer, Sebastian Fritz und Frank Klötgen von Elon Musk, Mark Zuckerberg und Jeff Bezos, übt Kapitalismus- und Klimakrisenignoranz-Kritik - aber ohne auch nur ein Wort zu verschwenden an die US-Wahl oder die spektakuläre jüngste Entwicklung der Bundesregierung. Freundlichen Applaus gibt es dafür vom geneigten und dem Haus verbundenen Eröffnungspublikum, viel mehr nicht.
Auch Hildebrandts Witwe Renate, die als Einweihungsgeschenk eine Karikatur ihres Mannes mit Franz Josef Strauß mitbringt, ist bei der Eröffnung dabei - ebenso die Schauspieler Jutta Speidel, Gisela Schneeberger und Franz Xaver Kroetz und die Kessler-Zwillinge. «Die Legende lebt und Schwabing bebt», hatte Hofmann gesungen. So ganz erfüllte sich diese Prophezeiung am ersten Abend zwar noch nicht, aber das kann ja bei den ersten Programmen im «Laden» in diesem Monat noch kommen.
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