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Lahav Shani gibt vielumjubelte Premiere mit Münchner Philharmonikern in der Isarphilharmonie

Lahav Shani gibt vielumjubelte Premiere mit Münchner Philharmonikern in der Isarphilharmonie
Chefdirigent Lahav Shani und die Münchner Philharmoniker lieferten ein begeisterndes Konzert in München ab. (Archivbild) / Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
Die Zeit ohne Chefdirigent bei den Münchner Philharmonikern ist vorbei. Zum Auftakt in die neue Konzertsaison gab es nicht nur viel Applaus für Lahav Shani und sein Ensemble.

Der israelische Chefdirigent Lahav Shani hat mit den Münchner Philharmonikern eine viel umjubelte Premiere für die erste gemeinsame Konzertsaison gefeiert. Für die Musiker endete damit nicht nur eine rund vierjährige Zeit ohne Chefdirigent. Das energiegeladene und virtuose Zusammenspiel des Ensembles auf der Bühne in der Isarphilharmonie ließ auch keinen Zweifel an seinem beeindruckenden musikalischen Niveau und am immensen Potenzial. 

Krause lobt Shani als Glücksfall für München

«Shani ist ein echter Glücksfall für München», sagte Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) in seiner kurzen Begrüßungsrede. Er versicherte den Philharmonikern wie auch Shani - dem «seit 100 Jahren jüngsten Chefdirigenten der Philharmoniker» - persönlich und im Namen der bayerischen Landeshauptstadt seine uneingeschränkte Solidarität. Antisemitismus, Hass und Hetze dürften niemals akzeptiert werden. 

2022 war der damalige Chefdirigent, der Russe Waleri Gergijew, bei den Philharmonikern rausgeflogen, da er sich nicht vom russischen Einmarsch in die Ukraine distanziert hatte. Als dann 2023 der in Tel Aviv geborene Shani als Nachfolger vorgestellt wurde, war das Orchester begeistert, von einer «Liebeshochzeit» war gar die Rede und von einem Aufbruch in eine neue Ära. 

Personalie wurde zwischenzeitlich auch kritisiert 

Shani ist erst 37 Jahre alt - und voller Tatendrang. Im März hatte er angekündigt, mit dem Orchester verstärkt auf Tournee zu gehen. Schon vor seinem Einstand hat er die Münchner Philharmoniker öfter dirigiert. 

Doch um die Personalie gab es auch Debatten, auch weil Shani Musikdirektor des Israel Philharmonic Orchestra ist. Kritiker bemängelten, seine Haltung zur israelischen Regierung mit Blick auf den Krieg in Gaza sei nicht klar. 

So hatte das Flanders Festival Ghent 2025 die für ein Gastspiel eingeladenen Philharmoniker und Shani ausgeladen. Ein Schritt, der nicht nur in Deutschland als antisemitisch kritisiert wurde. Belgiens Regierungschef ging damals klar auf Distanz und sprach von Schaden für sein Land. Andernorts wurden Konzerte durch Proteste gestört. 

Die Münchner Philharmoniker dagegen stellten sich geschlossen hinter Shani. Bei der Konzertpremiere waren aus Sicherheitsgründen auch Polizisten im Einsatz gewesen.

Pianistin Argerich und Solist des Tölzer Knabenchors begeistern 

Bei Shanis offiziellem Einstand sorgte auch Starpianistin Martha Argerich mit Maurice Ravels Klavierkonzert in G-Dur für eine Darbietung, die ihresgleichen suchte. Auch der Solist des Tölzer Knabenchors und der Philharmonische Chor München erhielten für «Chichester Psalms» von Leonard Bernstein minutenlangen Applaus.

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