Großer Jubel für die Sänger und freundliche Reaktionen auch für die Regie: Der «Parsifal» von Regisseur Jay Scheib ist in seinem zweiten Bayreuther Festspieljahr beim Publikum besser weggekommen als zur Premiere. Kaum Buhrufe waren zu hören, als Scheib und sein Team sich auf der Bühne zeigten. Tenor Andreas Schager in der Titelrolle wurde gefeiert, Dirigent Pablo Heras-Casado ebenso wie Ekaterina Gubanova als Kundry und ein wie immer hervorragender Georg Zeppenfeld als Gurnemanz.
Virtuelles Konzept überarbeitet
Darum blieb vielen Zuschauern verborgen, dass Scheib noch einmal viel Arbeit hineingesteckt hat in den digitalen Teil seiner Inszenierung. Bilder wurden teils komplett überarbeitet, ergänzt oder vollständig ersetzt. Im vergangenen Jahr hatte es Kritik daran gegeben, dass die virtuelle Welt das Bühnengeschehen überlagerte, statt es sinnvoll zu ergänzen. Und auch der Tragekomfort ließ etwas zu wünschen übrig. «Im Moment sind in Bayreuth die Brillen noch unbequemer als die Stühle», urteilte etwa Bayerns Kunstminister Markus Blume (CSU) in einem Zeitungsinterview.
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