Noch einmal «Hello», «Someone Like You» und «Rolling in the Deep» - und gegen 22.15 Uhr am Samstagabend heißt es dann: aus und goodbye. Zehn Konzerte hat Adele in München im August gegeben - in einem eigens für sie errichteten Pop-Up-Stadion. Wie schon die Male davor begeisterte die Sängerin die Menschen an ihrem letzten Abend in München mit einer emotionalen und mitreißenden Show. Die 36-Jährige erwies sich nicht nur als brillante Sängerin, sondern auch als wunderbare Entertainerin mit trockenem Humor und einem erfrischenden Hang zu Flüchen. Was bleibt nach diesem lauen Abend, der mit einem großen Feuerwerk und allgemeinem Freudentaumel endete?
Mehr als 70.000 Besucher pro Show
Adele, die bekanntermaßen nicht gerne auf Tour geht und zuletzt 2016 auf dem europäischen Festland auftrat, hatte sich in München ein riesiges Stadion für mehr als 70.000 Besucherinnen und Besucher bauen lassen, auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten im schwarz-weißen Adele-Look. Herzstück war eine gigantische Leinwand - in Weltrekord-Größe mit mehr als 4.159 Quadratmetern, wie es hieß. Rund um das Stadion auf dem Messegelände war die Adele-Welt aufgebaut, mit Essen, Getränken und Karaoke.
Rund 730.000 Tickets wurden insgesamt verkauft, wie die Veranstalter bekannt gaben. Und diese Menschenmassen mussten irgendwo schlafen und essen, sie kauften ein, fuhren Taxi oder Bus. Der Münchner Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) hatte damit gerechnet, dass die Konzertreihe der Wirtschaft in der Stadt insgesamt rund eine halbe Milliarde Euro einbringen wird.
«Wir gehen von einer zusätzlichen lokalen Wertschöpfung von mehreren hundert Millionen Euro aus», sagt Manfred Gößl, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern. «Gastronomie und Hotels, Einzelhandel und Souvenirstände sowie Bus- und Taxigewerbe haben von den Konzertbesuchern profitiert, die in der Regel nicht nur für einen Tag in München geblieben sind.»