Die Zahl antisemitischer Vorfälle in Bayern bleibt weiter auf Rekordhoch. 2025 verzeichnete die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) Bayern 1.551 antisemitische Vorfälle im Freistaat. 2024 waren es 1.526 gewesen. Vermehrt seien Online-Bedrohungen mit teils expliziten und potenziell strafbaren Gewaltaufrufen dokumentiert worden, teilte RIAS zur Vorstellung des neuen Jahresberichts in München mit.
Insbesondere online werde oft ganz unverblümt gegen «die Juden» gehetzt, erläuterte RIAS-Bayern-Leiterin Annette Seidel-Arpacı. «Antisemitische Ausdrucksformen wurden enthemmter, bedrohlicher und direkter.»
Unter den dokumentierten Fällen war auch ein Fall extremer Gewalt: In einer Coburger Asylbewerberunterkunft soll ein Bewohner einen Mann mit einem Messer angegriffen und verletzt haben, weil er diesen fälschlicherweise für einen Juden hielt - das geht aus dem neuen Jahresbericht hervor.