«Verfahrensflut bis zum Hals» - Aktenberge bei der Justiz
Bayerns Staatsanwaltschaften ächzen unter der Last unerledigter Verfahren - und das seit Jahren. Die Zahl offener Fälle lag zur Jahresmitte bei 89.773 nach 82.180 im Vorjahr, wie aus einer Umfrage der Deutschen Richterzeitung bei den Landesjustizverwaltungen hervorgeht. Im gesamten Jahr 2021 waren es 67.475 unerledigte Verfahren. Von Januar bis einschließlich Juni dieses Jahres gingen den Angaben nach 322.897 neue Verfahren ein. 2025 waren es im selben Zeitraum 307.934, im Gesamtjahr 2025 genau 647.148. Auch in vielen anderen Bundesländern steigt die Zahl unerledigter Verfahren seit Jahren oder stagniert auf hohem Niveau. Bundesweit meldeten die Strafverfolger zur Jahresmitte erstmals mehr als 1,1 Millionen offene Fälle - ein Plus von 13 Prozent binnen Jahresfrist. «Die Rekordeingangszahlen und die immer höheren Aktenbestände der Staatsanwaltschaften müssen Anlass für die Landesregierungen sein, jetzt konsequent gegenzusteuern», sagte der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Richterbundes, Sven Rebehn. «Den Strafverfolgern steht die Verfahrensflut bis zum Hals.» Der Eindruck einer «Strafverfolgung nach Kassenlage» dürfe sich nicht verfestigen. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenBundesweit Aktenflut