Die Landtags-SPD fordert nach der Stellungnahme von Justizminister Georg Eisenreich (CSU) zu den Misshandlungsvorwürfen gegen Mitarbeiter der JVA Augsburg-Gablingen ausdrücklich nicht den Rücktritt des Ministers. Das sagte der rechtspolitische Sprecher der SPD, Horst Arnold, im Deutschlandfunk.
Arnold kritisierte zwar den anfänglichen Umgang des Ministeriums mit den Vorwürfen, diese seien zu lax gehandhabt worden. Jedoch habe Eisenreich Fehler eingestanden und Projekte gestartet, die möglicherweise Mängel beheben könnten. «Wir fordern jetzt erst einmal nicht den Rücktritt – das ist ganz klar – weil wir nicht krakeelen, sondern auf Faktenbasis arbeiten wollen», so der SPD-Politiker. Allerdings habe die Pressekonferenz am Donnerstag kein gutes Licht auf den Umgang mit Beschwerden im Strafvollzug in Bayern geworfen.
Als Skandal bezeichnete es Arnold, dass erst jetzt Statistiken über Beschwerden im Strafvollzug eingeführt wurden. Der Strafvollzug sei einer der gewichtigsten Eingriffe bei der Bevölkerung, und insofern seien der Strafvollzug und Beschwerden daraus Chefsache.