Rund 300 Tonnen illegal entsorgten Müll holt der Freistaat Bayern in diesen Tagen aus Tschechien zurück. Am Montag habe der erste Lastwagen den Ort Jirikov im Osten des Landes verlassen, sagte eine Sprecherin der Regierung der Oberpfalz. Der tschechische Umweltminister Petr Hladik informierte sich am Dienstag über die Maßnahme.
Der christdemokratische Politiker verurteilte diesen und andere Fälle mutmaßlicher krimineller Müllentsorgung in seinem Land: «Aus meiner Sicht ist das ein organisiertes Verbrechen – mit Recycling hat das nichts gemein», sagte er der Agentur CTK zufolge. «Falls sich jemand gedacht haben sollte, dass er seinen Müll billig loswird, dann hat sich derjenige sehr geirrt.» Sein Land habe in der Sache monatelang Druck gemacht.
Auch die Gemeindevorsteherin von Jirikov, Barbora Siskova, zeigte sich zufrieden. Sie bedankte sich bei den Bürgern, die sie auf die illegale Müllhalde aufmerksam gemacht hatten. Den Erfolg werde man mit den Einwohnern feiern. «Wir haben Kuchen gebacken und werden auch ein Bierfass anstechen», sagte sie. Die Gemeinde Jirikov liegt mehr als 200 Kilometer östlich von Prag.