Mehr als 100 Steuerfahnder sind zu einer Durchsuchungsaktion im Zusammenhang mit Briefkastenfirmen in Steueroasen mitten in NRW ausgerückt. Dabei geht es um Ermittlungen gegen einen Dienstleister, der geholfen haben soll, Unternehmen Briefkastenadressen in Gewerbesteuer-Oasen wie Monheim bei Düsseldorf zu verschaffen.
In Monheim hatte die Partei Peto, die als Schüler- und Studentenpartei gestartet war, den Gewerbesteuersatz radikal gesenkt. So wurde Monheim zur «Steueroase» - zum Missfallen umliegender Städte, aus denen Firmen nach Monheim abwanderten und die teils erhebliche Steuereinbußen verzeichneten.
Aus Ermittlerkreisen hieß es, an 21 Orten in Nordrhein-Westfalen und Bayern gebe es Durchsuchungen. Die «Wirtschaftswoche» und der WDR hatten zuvor berichtet. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf bestätigte eine «umfangreiche Durchsuchungsmaßnahme» mit mehr als 100 Beamten an mehreren Orten in NRW und Bayern. Aufgrund des Steuergeheimnisses und der laufenden Ermittlungen könnten keine weiteren Informationen mitgeteilt werden.