Mit einer hochgiftigen Chemikalie soll eine Frau aus Deggendorf ihren Lebensgefährten getötet haben. Die 53-jährige Ukrainerin sitzt nun vor dem Landgericht auf der Anklagebank. Die Staatsanwaltschaft legt ihr Mord zur Last - heimtückisch, grausam und aus niederen Beweggründen.
Die Angeklagte schwieg am ersten Verhandlungstag in Deggendorf zu den Vorwürfen und wirkte entspannt. Eine überraschende Aussage machte dann aber die Nebenklägerin, die Tochter des Toten.
Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft wollte die Angeklagte ihren Partner töten, weil er eine Affäre mit der 23-jährigen Freundin ihres Sohnes gehabt haben soll. Der Anklage nach informierte sie sich im Internet zu Vergiftungsmethoden und bestellte im November 2024 bei einer in der Ukraine ansässigen Firma zehn Gramm Thallium-Sulfat.
Auch danach soll sie weiter im Netz recherchiert haben, etwa mit der Suchanfrage: «Wie lange dauert es, bis der Tod nach der Einnahme von Thallium eintritt». Zudem lud sie laut Anklage einen Bericht der medizinischen Universität Moskau herunter, in dem es unter anderem heißt: «Es besteht Grund zu der Annahme, dass die Zahl der unentdeckten tödlichen Vergiftungsfälle die Zahl der tatsächlich festgestellten Fälle deutlich übersteigt.»