Unbekannte haben ein israelisches Restaurant in München angegriffen, Fensterscheiben zerstört und einen Schaden von mehreren Tausend Euro verursacht. Polizei, Justiz und Betreiber gehen von einem antisemitischen Motiv aus, Politiker zeigen sich entsetzt. Der zentrale Antisemitismusbeauftragte der bayerischen Justiz hat die Ermittlungen übernommen. Brandexperten der Münchner Kriminalpolizei und des Landeskriminalamts prüften unter Sachleitung der Generalstaatsanwaltschaft München, welche Art von Sprengsatz verwendet worden sein könnte, teilte ein Sprecher mit. Verletzt wurde niemand.
Am späten Nachmittag versammelten sich vor dem Lokal laut Polizei rund 300 Menschen, um ihre Solidarität zu bekunden, unter ihnen auch die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch. Der Angriff sei mehr als eine Attacke auf ein israelisches Restaurant, erklärte die 93-Jährige auf der Plattform X. «Es ist ein Angriff auf eine Institution Münchner Geselligkeit und einen wichtigen Raum für die jüdische Gemeinschaft. Hier kommen Menschen zusammen, um es sich miteinander gut gehen zu lassen.»