In Bayern sind im vergangenen Jahr so viele politisch motivierte Straftaten registriert worden wie nie zuvor. Insgesamt wurden 8.700 solcher Taten gezählt, 1.000 mehr als im Jahr zuvor, wie das Landeskriminalamt (LKA) der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mitteilte. 2024 waren 7.680 politisch motivierte Straftaten erfasst worden, 2023 waren es 8.041 gewesen.
Den drastischen Anstieg führte das LKA unter anderem auf die vorgezogene Bundestagswahl im Frühjahr 2025 und viele Straftaten gegen politische Gegner zurück. Besonders auffällig sei die große Anzahl zerstörter Wahlplakate gewesen - deshalb sei die Zahl der Sachbeschädigungen deutlich gestiegen. Dieser Effekt lasse sich regelmäßig bei Wahlen beobachten - wobei der Anstieg nun ganz besonders die Zahl der Straftaten aus linksextremer Motivation betraf.
Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte der Deutschen Presse-Agentur zu den neuen Zahlen: «Dass wir im vergangenen Jahr in Bayern so viele politisch motivierte Straftaten verzeichnet haben wie nie zuvor, ist ein klares Warnsignal, das wir sehr ernst nehmen.» Die Entwicklung sei auch eine Folge der vorgezogenen Bundestagswahl 2025 und der weiterhin angespannten weltpolitischen Lage. «Für uns gilt unmissverständlich: Wir gehen mit aller Härte gegen jede Form von Extremismus vor, egal ob von rechts, von links oder religiös motiviert», betonte der Minister. Aktuell lägen keine konkreten Gefährdungshinweise vor. Die Sicherheitsbehörden seien aber hoch wachsam.