Im Prozess um eine Schleuserfahrt mit sieben getöteten Migranten fordert die Staatsanwaltschaft lebenslange Haft wegen siebenfachen Mordes und 15-fachen versuchten Mordes. Staatsanwalt Markus Andrä sprach sich außerdem für die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld aus. Damit wäre eine Haftentlassung nach 15 Jahren so gut wie ausgeschlossen.
Staatsanwalt: «ein gezieltes Manöver»
Der Angeklagte habe «ein gezieltes Manöver gemacht, um sich einer Kontrolle zu entziehen», sagte Andrä - und das, obwohl die Menschen im Auto gebetet und ihn aufgefordert hätten, anzuhalten. «Die haben ihn angefleht, angeschrien, dass er anhalten soll.» Der Mann habe «mit dem Leben anderer Menschen gespielt und dieses Spiel aus meiner Sicht verloren», sagte der Vertreter der Nebenklage.
Der im syrischen Damaskus geborene Mann, der zuletzt in Österreich lebte, soll im Oktober vergangenen Jahres mit 22 Migranten aus der Türkei und aus Syrien auf dem Weg von Österreich nach Bayern gewesen sein - in einem Kleinbus, der für neun Insassen ausgelegt ist und laut Gutachtern mit einer halben Tonne überladen war.