Weil einer seiner Spieler wohl ein kriminelles Doppelleben führte, bangt ein Münchner Fußballverein derzeit fassungslos um gleich 27 Punkte. Dieser schmerzhafte Verlust droht der SpVgg 1906 Haidhausen, weil der 34-Jährige mutmaßlich unter falscher Identität lebte - und auch auf dem Platz unter falschem Namen auflief. Rein juristisch war er somit ein «nicht einsatzberechtigter Spieler». Wenn ein solcher dennoch spielt, hat das nach den Statuten des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) Folgen für den Verein - auch wenn dieser im konkreten Fall ganz offenkundig nichts davon wusste. Darüber hatten diverse Medien berichtet.
Das Ganze ist ein kurioses Nachspiel einer spektakulären Verhaftung im vergangenen Dezember, als Münchner Ermittler den 34-Jährigen festnehmen wollten. Doch der Mann fuhr nach Angaben der Polizisten mit seinem Auto auf die Beamten zu; diese stoppten ihn, indem sie ihn anschossen. Inzwischen sitzt der gebürtige Münchner wegen vorangegangener Delikte im Gefängnis, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München II erläuterte. Zudem liefen aktuell Ermittlungen wegen des Verdachts des versuchten Mordes und des bewaffneten Drogenhandels. Dabei flog auch auf, dass der 34-Jährige offenbar unter falscher Identität lebte.