Nach dem Bekanntwerden von Misshandlungsvorwürfen gegen Mitarbeiter des Gefängnisses Augsburg-Gablingen wird der frühere Spitzenjurist Peter Küspert die Aufklärungskommission leiten. Der ehemalige Präsident des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs soll das unabhängige Gremium für grundrechtsrelevante Fragen bei der Unterbringung von Häftlingen in besonders gesicherten Hafträumen führen, wie das Justizministerium in München mitteilte. Minister Georg Eisenreich (CSU) hatte die Gründung dieser Kommission angekündigt, als die Vorwürfe gegen eine Reihe von Beamten der Augsburger Justizvollzugsanstalt (JVA) im Herbst öffentlich wurden.
Die Staatsanwaltschaft in Augsburg ermittelt derzeit wegen verschiedener Vorwürfe gegen Justizbeamte, auch gegen die frühere Anstaltsleitung in Gablingen. Im Kern geht es darum, ob Gefangene in den Sicherheitshafträumen vom Personal misshandelt wurden. In diesen karg ausgestatteten Spezialzellen werden vorübergehend Männer eingesperrt, die als gewalttätig oder suizidgefährdet gelten.