Eigentlich, so sagt die Staatsanwältin, gehe es bei der Bundeswehr doch um den Zusammenhalt und darum, «füreinander einzustehen». «Nur gemeinsam funktioniert das bei der Bundeswehr.» Doch in dem Prozess gegen zwei Ex-Soldaten vor dem Amtsgericht im oberbayerischen Laufen hieß es nicht «alle für einen» - sondern «alle gegen einen». Das Gericht verurteilte die beiden frühere Bundeswehrsoldaten wegen Misshandlung eines Kameraden in einer Kaserne in Bad Reichenhall. Die beiden 20 und 21 Jahre alten Männer wurden der gefährlichen Körperverletzung und Freiheitsberaubung schuldig gesprochen.
Die jungen Männer, die nach dem Vorfall im Januar dieses Jahres inzwischen unehrenhaft aus der Bundeswehr entlassen wurden, hatten zugegeben, ihren Kameraden nachts aus dem Bett gezogen, ihn mit Panzertape gefesselt und umwickelt und dann in eine Dusche getragen zu haben.