Sie hatten das Grauen des Holocaust überlebt – und fanden sich 25 Jahre nach ihrer Rettung in einem Flammeninferno wieder. Sieben Menschen starben am 13. Februar 1970 bei einem Brandanschlag auf ein jüdisches Altenheim in München. Mehr als 56 Jahre später nennt die Generalstaatsanwaltschaft München nun einen Tatverdächtigen: einen als rechtsextrem und antisemitisch bekannten Deutschen, der 2020 starb.
Einer der «schwersten Anschläge gegen jüdisches Leben»
«Wir sprechen hier von einem der schwersten Anschläge gegen jüdisches Leben seit dem Zweiten Weltkrieg», sagt Oberstaatsanwalt Andreas Franck, Antisemitismusbeauftragter der bayerischen Justiz. Der Fall sei eine «Wunde in der jüdischen Seele» gewesen, aber auch in der deutschen. Das nun vorgelegte Ergebnis leiste hoffentlich einen Beitrag zu einem Rechtsfrieden, auch wenn für den verstorbenen Verdächtigen die Unschuldsvermutung gilt. Anhaltspunkte für weitere Tatbeteiligte wurden nicht gefunden.