Ein tödlicher Schluck aus einem Champagnerglas steht im Zentrum eines Prozesses vor dem Landgericht Weiden. Angeklagt ist ein 46 Jahre alter Niederländer. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm fahrlässige Tötung und bandenmäßigen Drogenhandel vor. Die Verteidiger wiesen zu Prozessauftakt die Vorwürfe zurück.
Der 46-Jährige soll laut Ankläger Mitglied einer Gruppe sein, die in großen Mengen MDMA, bekannt als Wirkstoff der Droge Ecstasy, produziert haben soll, um es im In- und Ausland zu verkaufen.
Der Angeklagte bezeichnete sich selbst als Eisverkäufer und als Partytyp und äußerte sich umfangreich zu seinen weiteren diversen internationalen Geschäften - von Cannabisverkauf über Autoimporte bis Festivalveranstaltung.
Der 46-Jährige erzählte von Reisen zwischen Europa, Thailand und Indonesien, er nehme selbst gelegentlich Drogen, etwa bei Partys auf Ibiza, und vermittle auch Drogen an Freunde. Mit seinen Berichten sorgte er teilweise für Verwirrung im Gerichtsaal.
Prozessgegenstand ist der sogenannte Champagner-Fall: Am Abend des 13. Februar 2022 bestellte eine Gruppe Gäste in einem Restaurant in Weiden eine Flasche Champagner. Die war allerdings manipuliert worden, so dass sich darin das hochgiftige Betäubungsmittel MDMA befand. Das sei äußerlich an der Flasche nicht zu erkennen gewesen.