Nach dem Bekanntwerden von Misshandlungsvorwürfen gegen Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt (JVA) in Augsburg-Gablingen sieht die deutsche Anti-Folter-Kommission schwerwiegende Versäumnisse in dem Gefängnis. Dies geht aus einem Bericht über einen unangekündigten Besuch der Nationalen Stelle zur Verhütung von Folter im August 2024 in der JVA hervor. Die Kommission sieht neben anderen Mängeln einen unzureichenden Hofgang für Insassen in speziellen Hafträumen sowie eine Verletzung der Intimsphäre in diesem Bereich.
Die Kommission untersucht das gesamte Gefängnis, aber in erster Linie die Situation in den sogenannten Besonders gesicherten Hafträumen (BGH), in denen vorübergehend suizidgefährdete oder aggressive Häftlinge untergebracht werden. In diesen Zellen, im Jargon Bunker genannt, gibt es kaum Ausstattung, die Gefangenen werden auch weitgehend entkleidet und per Video permanent überwacht, sogar auf der Toilette. Die Kommission stützt sich nicht nur auf den Vor-Ort-Termin, zudem wurden JVA-Unterlagen ausgewertet. Für das Jahr 2024 seien dies 40 Dokumentationen zu BGH-Unterbringungen gewesen.