In Deutschlands Computerspiele-Branche wächst die Sorge, dass sich der Rückstand zur ausländischen Konkurrenz mangels staatlicher Hilfen vergrößert. Nachdem der Verband Game Kritik am Förderkurs des Bundeswirtschaftsministeriums verlautbart hatte, machten auch Vertreter aus den Bundesländern auf dpa-Anfrage ihr Unbehagen deutlich.
Der Berliner Vorschlag zu neuen Förderregeln wäre «kein Rückenwind für die Branche», sagte Bayerns Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler). «Ich vermisse den ernsthaften Willen und vollen Einsatz, um den Gamesstandort Deutschland international wettbewerbsfähig zu machen.» NRW-Medienminister Nathanael Liminski (CDU) monierte, dass die Regeln das Problem fehlender Planungssicherheit nicht lösen würden. Auch Hamburgs Mediensenator Carsten Brosda (SPD) äußerte Kritik.
Die Computer- und Videospielebranche ist im Digitalzeitalter auf Wachstumskurs. Die Deutschen haben im vergangenen Jahr einer Markterhebung zufolge knapp 5,8 Milliarden Euro für Games ausgegeben, ein Plus von sechs Prozent. Allerdings spielen deutsche Spiele nur eine Nebenrolle - einer älteren Schätzung zufolge entfallen weniger als fünf Prozent des Branchenumsatzes auf Games, die in Deutschland entwickelt wurden. Seit 2020 gibt es eine Förderung des Bundeswirtschaftsministeriums. 2023 flossen hieraus 70 Millionen Euro in die Branche, 2024 sind 50 Millionen vorgesehen. Wie viel es 2025 wird, ist unklar. Seit Mai 2023 können die Firmen keine neuen Anträge einreichen, weil das Geld nur zur Bezahlung bereits bewilligter Anträge ausreicht - das Fördergeld wird schrittweise Jahr für Jahr ausbezahlt.