Herzschwäche tritt in Bayern regional unterschiedlich auf
Der Anteil der Menschen mit Herzschwäche ist in Bayern regional sehr unterschiedlich verteilt. Vor allem in Nordbayern, aber auch in Ostbayern werden besonders viele Patienten wegen Herzinsuffizienz behandelt. Dies geht aus dem «Gesundheitsatlas Deutschland» der Krankenkasse AOK hervor. Demnach weist Oberbayern für das Jahr 2024 mit 4,3 Prozent den niedrigsten, Oberfranken mit 7,3 Prozent den höchsten Anteil erkrankter Menschen im Alter von über 30 Jahren auf. In Summe liegt Bayern mit einem Anteil von 5,1 Prozent bundesweit im Mittelfeld. Herzinsuffizienz ist eine Folge verschiedener Herzerkrankungen und bezeichnet die Unfähigkeit des Organs, die benötigte Blutmenge durch den Körper zu pumpen. Das äußert sich in Kurzatmigkeit und Luftnot - anfangs nur bei körperlicher Belastung, später auch schon im Ruhezustand. Die Krankheit kommt in jungen Jahren nur selten vor. Während bei den 40- bis 44-Jährigen in Bayern nur 0,5 Prozent der Männer und 0,3 Prozent der Frauen betroffen sind, sind es bei den über 90-Jährigen 36 Prozent der Männer und 31 Prozent der Frauen. Am häufigsten diagnostizierten Ärztinnen und Ärzte die Krankheit mit 10,9 Prozent im Landkreis Kronach. Es folgen Freyung-Grafenau, Stadt und Landkreis Hof sowie die Landkreise Wunsiedel und Bamberg. Das andere Ende der Tabelle führt die Landeshauptstadt München mit 3,5 Prozent an, gefolgt von Regensburg, Ingolstadt, Freising und Erding. Im Schnitt waren 2024 knapp 5,4 Prozent der Männer und rund 4,9 Prozent der Frauen über 30 Jahren erkrankt. Dass der Anteil Betroffener in schwach besiedelten Regionen höher ist, zeigt sich bundesweit. «Dies liegt zum Teil an dem hohen Anteil älterer Menschen in der ländlichen Bevölkerung, denn im "fairen" Vergleich nach Alters- und Geschlechtsstandardisierung sind diese Unterschiede zwischen den Siedlungsstrukturtypen geringer ausgeprägt», erläutern die AOK-Fachleute. Ihre Analysen zeigen zudem, dass bei Herzinsuffizienz deutliche Zusammenhänge zu vermeidbaren Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes bestehen. Auch soziale Faktoren spielen eine Rolle. So sind Menschen in den sozioökonomisch am stärksten benachteiligten Regionen Deutschlands deutlich häufiger betroffen als Menschen in Regionen mit günstigen sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen (6,8 gegenüber 4,4 Prozent). Die repräsentativen Angaben basieren auf den Abrechnungsdaten der AOK-Versicherten - das sind allein in Bayern 4,6 Millionen Menschen. Sie werden noch dazu mit anderen Daten verknüpft und auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenSpitzenreiter München, Schlusslicht Landkreis Kronach
Zusammenhänge zu vermeidbaren Risikofaktoren