Designerdrogen haben sich in Bayern ihren festen Platz unter den Rauschmitteln erobert. Fachleute des Landeskriminalamtes gehen davon aus, dass die Beliebtheit der leicht zugänglichen Mittel in den nächsten Jahren weiter steigen wird. Darauf deuten nicht nur die blanken Zahlen, sondern auch bestimmte Entwicklungen hin, wie eine Sprecherin der Behörde auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur erläuterte. Doch worum genau handelt es sich bei diesen Drogen eigentlich - und wie ist die Lage im Freistaat?
Wie gefährlich sind Designerdrogen?
«Der Konsum von NpS kann schwere Folgen nach sich ziehen: Die Symptome reichen von Übelkeit, heftigem Erbrechen, Herzrasen und Orientierungsverlust über Kreislaufversagen, Ohnmacht, Lähmungserscheinungen und Wahnvorstellungen bis hin zum Versagen der Vitalfunktionen», warnt das Bundesministerium für Gesundheit. Auch die DHS betont: «Neue psychoaktive Substanzen sind alles andere als harmlose Partydrogen.»
Von den meisten NpS seien weder genaue Wirkweisen noch Langzeitfolgen ausreichend dokumentiert, ergänzen die Fachleute. «Die irreführende, fast immer unvollständige oder nicht wahrheitsgemäße Etikettierung macht viele NpS zu Hochrisiko-Drogen mit einer enormen Gefahr von Überdosierung, riskanten Wechselwirkungen bis hin zu irreversiblen Folgeschäden.»
Allein im vergangenen Jahr starben in Bayern 23 Menschen offiziell an Designerdrogen, wobei bei den meisten eine Kombination mit noch mindestens einem weiteren todesursächlichen Stoff vorlag. Am Mittwoch gab das bayerische Landeskriminalamt (BLKA) zudem eine aktuelle Warnung heraus: In weniger als einem Monat habe es in Oberbayern und der Oberpfalz einen Todesfall nach dem Konsum von Vapes gegeben, die mit dem synthetischen Opioid Etodezitramid und anderen psychoaktiven Stoffen versetzt waren. Zusätzlich wurden zwei weitere Menschen auf diese Weise vergiftet, einer davon musste wiederbelebt werden.