Rund 500 Menschen haben im tschechischen Brünn (Brno) gegen den für Pfingsten in der Stadt geplanten Sudetendeutschen Tag protestiert. Die Teilnehmer folgten einem Aufruf der ultrarechten Kleinpartei Freiheit und direkte Demokratie (SPD). Deren Gründer, Parlamentspräsident Tomio Okamura, nannte das geplante Treffen der Vertriebenen nach Angaben der Agentur CTK eine «himmelschreiende Schande». Demonstranten hielten Spruchtafeln hoch wie «Treffen der Sudetendeutschen – eine Schande für Brünn» oder «Gegen die schleichende Germanisierung».
Ex-Präsidenten üben Kritik
Die Regierung in Prag hält sich bisher mit offiziellen Äußerungen zu dem geplanten Vertriebenentreffen zurück. Der rechtspopulistische Ministerpräsident und Milliardär Andrej Babis sprach von einer reinen Bürgerinitiative. Scharfe Kritik an der Veranstaltung übten indes die Ex-Präsidenten Vaclav Klaus und Milos Zeman. Ersterer lehnte den Begriff der Aussöhnung als «falsch» ab. Letzterer warnte, dass dies den Weg bereite für eine «Revision der Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs».
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