Die Freie Wohlfahrtspflege in Bayern erwartet durch das neue Cannabisgesetz positive Effekte auf die Suchthilfe. Man gehe davon aus, dass im Zuge der Teil-Legalisierung mehr suchtkranke Menschen die Beratungsstellen aufsuchen würden, erklärte Davor Stubican, der Sprecher der Koordinierungsstelle der bayerischen Suchthilfe (KBS) der dpa. «Kriminalisierung und Stigmatisierung des Konsums führen meist auch dazu, dass Betroffene die bestehenden Hilfsangebote nicht in Anspruch nehmen.» Dass Entkriminalisierung die Beratungsquoten steigere, sei durch Studien aus anderen Ländern wie Portugal gut belegt, sagte Stubican.
Suchtkranke Menschen, die sich in der Vergangenheit kriminalisiert sahen, konnten zwar schon immer Hilfe suchen. Allerdings: Wer sich ständig in Hab-acht-Stellung durch den Alltag bewege und den Konsum verheimlichen müsse, sei in der Regel weniger aufgeschlossen für Beratung. «Die Tatsache, dass man viel offener mit dem Konsum und damit auch etwaigen Problemen umgehen kann, steigert die Erwartung und Hoffnung, dass man gefährdete Menschen viel früher erreichen kann», sagte Stubican.