In einem Brandbrief hat ein Bündnis die Weiterbildung für Quereinsteiger zur Fachkraft in bayerischen Kindertagesstätten harsch kritisiert. Wissen und Kompetenzen der Absolventen könnten unter keinen Umständen an grundständig ausgebildetes Personal heranreichen, monierte Initiator Timo Meister von der Bundesarbeitsgemeinschaft katholischer Ausbildungsstätten für Erzieherinnen und Erzieher am Dienstag. Die Quereinsteiger würden diesen aber durch den Titel «Fachkraft» gleichgestellt.
«Das Ziel - erziehen, bilden, betreuen - wird durch solche Wege völlig verkehrt und es geht nur noch um Betreuung», betonte Meister. «Das sind dann keine Bildungseinrichtungen mehr, sondern nur noch Verwahranstalten.» Über den bereits vor zwei Wochen unter anderem an Bayerns Familienministerin Ulrike Scharf (CSU) versandten Brandbrief hatte zuerst der Bayerische Rundfunk berichtet.
Die Kritik wird unter anderem von der Bildungsgewerkschaft GEW, dem Bundesverband evangelischer Ausbildungsstätten für Sozialpädagogik sowie dem Verband der Kita-Fachkräfte Bayern geteilt. Sie entzündet sich an der neuen modularen Weiterbildung für Quereinsteiger, die vor dem Hintergrund des gravierenden Personalmangels in den Kitas in drei Blöcken über die Assistenz- und die Ergänzungskraft zur Fachkraft qualifizieren soll.