Trotz Anstrengungen und Reformen nach einem Skandal um sexuelle Übergriffe gibt es an der Hochschule für Musik und Theater (HMTM) in München auch Jahre später immer noch Probleme. «Machtmissbrauch, Diskriminierung und sexualisierte Gewalt sind an der Hochschule kein Thema der Vergangenheit», sagte Hochschulpräsidentin Lydia Grün am Donnerstag bei der Vorstellung einer Studie in München. «Bei all jenen, die an unserer Hochschule persönliches Leid erfahren haben, möchte ich mich im Namen der Hochschule entschuldigen.»
Mit einem Sieben-Punkte-Plan will die Institution nun auf die Erkenntnisse der Untersuchung reagieren, an der sich rund 500 Studierende, Lehrende und Beschäftigte der Verwaltung beteiligt haben. Die Untersuchung ist aber nicht repräsentativ.
Als hervorstechendes Problem benennt die Studie den Machtmissbrauch. Rund ein Drittel der Befragten hatte zudem verschiedene Formen sexualisierter Gewalt selbst erlebt, vor allem in jüngster Zeit. Am häufigsten gehe es um Grenzverletzungen durch Bemerkungen, unerwünschte intime Fragen, Gesten und Blicke, es sei aber auch von unerwünschten Berührungen im Rahmen des Unterrichts berichtet worden, heißt es in der Untersuchung.