Die Tarifparteien in der Metall- und Elektroindustrie wollen die Verhandlungen am Montag zu Ende bringen - die Einigung auf eine Einkommenserhöhung ist aber noch eine hohe Hürde. Der bayerische IG-Metall-Chef und Verhandlungsführer Horst Ott sagte, es gebe ein paar Themen, wo eine Lösung allmählich in Sichtweite komme. «Aber beim Kernthema Geld sind wir meilenweit auseinander.» Auf der Zielgeraden sei man noch nicht. «Alle, die am Tisch sitzen, sind sich ihrer Verantwortung bewusst.»
Das betonten auch die bayerischen Arbeitgeber. Deren Verhandlungsführerin Angelique Renkhoff-Mücke sprach am Montag von großem Einigungswillen, schränkte aber ein, dass der Abschluss «verantwortungsvoll» sein und Stabilität geben müsse.
Die Tarifparteien der Tarifbezirke Bayern und Küste wollen am Montag versuchen, einen Pilotabschluss für bundesweit 3,9 Millionen Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie zu erreichen. Auch Renkhoff-Mücke betonte, dass es nicht einfach werde. Beide Seiten müssten «vielleicht noch über ein Stöckchen springen», sagte sie. «Vielleicht wird es auch ein großer Stock.» Dennoch schätzte sie die Chance, in der anstehenden vierten Gesprächsrunde zu einer Einigung zu kommen, auf «über 50 Prozent». Was man jetzt brauche, sei «eine Art Krisenabschluss», um den Standort Deutschland zu stabilisieren.