Die IG Metall Bayern fordert für rund 600.000 Beschäftigte der bayerischen Metall- und Elektroindustrie sieben Prozent mehr Lohn. Für die unteren Entgeltgruppen soll es eine soziale Komponente geben, für die Azubis verlangt die Gewerkschaft 170 Euro, wie sie am Freitag mitteilte. Außerdem will sie mehr Auswahl zwischen Zeit und Geld durchsetzen.
Damit folgt die Tarifkommission der IG Metall Bayern der Forderungsempfehlung des Bundesvorstands der IG Metall vom Montag. Die Vertragslaufzeit soll zwölf Monate betragen.
IG-Metall-Bezirksleiter Horst Ott sagte: «Die Inflationsausgleichsprämie 2022 war ein einmaliger Effekt, die Lebenshaltungskosten aber bleiben hoch und steigen weiter.» Die wirtschaftliche Lage der Betriebe ermögliche eine Tabellenerhöhung in dieser Größenordnung. Die Heterogenität in der Branche werde berücksichtigt.
Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten in Bayern beginnen am 11. September in München. Die Tarifverträge laufen bundesweit zum 30. September aus, die Friedenspflicht endet am 28. Oktober, Warnstreiks sind ab 29. Oktober möglich. In aller Regel wird im Laufe der Verhandlungen ein Pilotbezirk vereinbart, dessen Abschluss dann die übrigen Regionen übernehmen. Meist ist das ein Bezirk, in dem es wirtschaftlich relativ gut läuft.