Die Gewerkschaften kündigen harten Widerstand gegen die von der Bundesregierung diskutierten Einschnitte bei Rente, Gesundheitsversorgung und Sozialleistungen an. «Wenn man uns angreift, dann wehren wir uns», sagte die DGB-Bundesvorsitzende Yasmin Fahimi bei der zentralen Maikundgebung der Gewerkschaften in Nürnberg. «Ihr müsst in den nächsten Wochen und Monaten kampfbereit bleiben», sagte sie vor - laut Polizei - geschätzt 6.000 Zuhörerinnen und Zuhörern auf dem Nürnberger Kornmarkt. Mit der Kraft und der Energie der Beschäftigten werde es gelingen, «dass wir das Bollwerk bleiben gegen Rückfälle in die Anfangszeiten des Kapitalismus». Motto der mehreren hundert Maikundgebungen in ganz Deutschland war: «Erst unsere Jobs, dann eure Profite.»
Mehrere tausend auch bei «revolutionärer» Konkurrenzdemo
Die Gewerkschaften waren jedoch nicht die Einzigen, die in Nürnberg zur Kundgebung aufgerufen hatten. An der konkurrierenden «revolutionären 1. Mai-Demonstration» der linken Szene nahmen laut Polizei etwa 4.000 Menschen teil, nach Schätzung der Veranstalter sogar 5.000. Initiator war die «organisierte Autonomie», weitere Gruppen hatten sich angeschlossen. Auch diese Kundgebung verlief laut Polizei ohne größere Zwischenfälle.
Bayerns DGB-Chef: Arbeitgeber investieren zu wenig
Die Spitzen der bayerischen Gewerkschaften traten anderorts auf. Der bayerische DGB-Landesvorsitzende Bernhard Stiedl warf den Arbeitgebern in Bamberg vor, zu wenig in die heimischen Standorte zu investieren und stattdessen kurzfristige Renditeinteressen in den Vordergrund zu stellen. «Kahlschlag ist keine Strategie, sondern eine Bankrotterklärung des Managements.» Stiedl hielt vielen Unternehmen vor, trotz staatlicher Hilfen Arbeitsplätze ins Ausland zu verlagern: «Es darf doch nicht sein, dass Milliarden an Fördermitteln abgegriffen werden, die Produktion neuer Technologien aber in Billiglohnländer verlagert wird.» Für Bayern forderte Stiedl eine klare industriepolitische Strategie der Staatsregierung.